Sultan Ahmed I. wurde am 18. April 1590 in Manisa geboren, einer Stadt in Westanatolien, wo sein Vater als Provinzgouverneur diente. Als sein Vater Mehmed III. im Dezember 1603 starb, bestieg Ahmed im Alter von nur dreizehn Jahren den osmanischen Thron und erbte ein Reich in der Krise.
Die Kriege mit der Habsburger Monarchie im Westen und der Safawiden-Dynastie im Osten hatten die osmanischen Ressourcen über ein Jahrzehnt lang erschöpft. Im Jahr 1606 beendete der Friede von Zsitvatorok den langen Krieg mit Österreich - allerdings unter demütigenden Bedingungen. Der Vertrag stellte den habsburgischen Kaiser erstmals auf eine Stufe mit dem osmanischen Sultan und schaffte den jährlichen Tribut ab, den Österreich an die Pforte gezahlt hatte. Für ein Reich, das an Dominanz gewöhnt war, bedeutete dies einen schweren Schlag für sein Prestige.
Ahmed I. war auch der erste Sultan, der mit der osmanischen Tradition des königlichen Brudermordes brach. Anstatt seinen jüngeren Halbbruder Mustafa bei der Thronbesteigung hinzurichten - wie es der Brauch verlangte - verschonte Ahmed dessen Leben. Er war wahrscheinlich zu jung, um einen Erben zu zeugen, und die Tötung Mustafas hätte das Überleben der Dynastie gefährdet.
Angesichts militärischer Rückschläge und der Tatsache, dass er nicht in der Lage war, die Eroberungsbeute einzufordern, mit der traditionell eine kaiserliche Moschee finanziert wurde, traf Ahmed I. eine mutige Entscheidung. Er wollte eine Moschee bauen, die so großartig sein sollte, dass sie mit der Hagia Sophia konkurrieren konnte - und die spirituelle und architektonische Vormachtstellung des Reiches eher durch den Glauben als durch Kriegsführung bekräftigen. Er war neunzehn Jahre alt.